Retro- Pro- und Perspektive

27.04.2010

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Wahrscheinlich verhält es sich bei mir ähnlich, wie bei vielen
Musikern unter euch. Man bekommt eine Gitarre geschenkt und meint
man habe nicht die physiologischen Voraussetzungen eines Musikers
(z. B. zu "dicke" Finger). Oder aber man lässt sich von einem befreundeten

Musiker dazu hinreißen, Bass zu spielen (Zitat: "Da sind Wurstfinger egal!")

Eventuell macht man dann dort erst einmal mit und kann dann zusätzlich

die Dinge, die man sonst unter seinem Mofahelm in die Nacht schreit und singt
zu Hause mit verstimmten Basssaiten auf einem suboptimalen 'Conrad-Electronic'

Bass ausprobieren, bis der fünfte Hinweis des Nachbarn auf die Ruhezeiten seiner
2 jährigen Tochter das auszubauende Talent unterbricht.

Davon kann ich noch heute Lieder singen, und dem ist ja so, obschon ich
mir dann noch eine E-Gitarre gekauft habe, widerum einen neuen Bass und
Verstärker etc...

Mit 'Auxitt' habe ich dann die meiste Zeit des "Musik-Daseins" bestritten
und wir haben uns 4 mal nach Berlin ins Studio zurückgezogen um in Ruhe
aufnehmen zu können.

(Hörproben von 'Auxitt' http://www.myspace.com/auxitt)

An lyrischer Hingabe hat es mir nie gemangelt, eher an der Zeit diese in
all den Liedern unter zu bringen. Nebenher habe ich hart an einem Solo
Projekt gearbeitet, um dieses fiktive Ziel (einige glaubten nicht mehr
wirklich daran) eines wunderschönen Tages umsetzen und releasen zu können.

Mein häusliches Equipment war dafür aber leider noch zu schlecht, also habe
ich auch hier über die Jahre einige Veränderungen vornehmen müssen.
Einfach ins Studio zu fahren, und dort aufzunehmen, hätte ich mir nie erlauben
können, da ich oft meine Stücke von hinten her aufziehe, so wie man Haus leider
nicht im 1. Stock anfangen kann zu erbauen. Bei Musik ist alles möglich.

Ich aber wollte Streicher und Holzbläser und viele andere Instrumente, welche
ich weder besaß noch spielen konnte. Also habe ich mir erst einmal eine
vernünftige Gitarre gekauft, und dann noch eine, und eine 12-saitige und noch
einen Bass und dann habe ich die alten Keys von meinem Bruder ausgegraben und
mir schließlich doch noch ein Klavier gekauft.

 

"Francis Aeol, das Solo-Projekt war zu real für eine fiktive Idee."

 

Nach harten 4 Monaten des Masterns und immer wieder mit dem Album Auseinandersetztens,
war es aber endlich geschafft und mir brannte das abzuschickende Paket für das
Presswerk noch in der Hand, da ich stets davon überzeugt war, dass es noch etwas
am Klang zu verbessern oder verändern gäbe.

Da mir Atmosphäre eigentlich das wichtigste ist und ich aber meine, dass dazu
die von mir für das Album geschriebenen Zusatzinstrumente wichtig sind, entschloss
ich mich aus dem Thema "Unplugged" doch noch herauszutreten bzw. "Marlon" zu
erschaffen.

"Marlon" ist meine kleines Schränkchen mit meinem noch kleineren Laptop darin,
und beide sorgen Live für zusätzliche Unterstützung.
Diese braucht's bei meinen oft schwer verdaulichen literarischen Ausbrüchen auch,
aber was noch viel konträrer ist, ist der Spaß den ich empfinde, wenn man
traurige Musik celebriert.

francis